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Freiburger Longboard Etikette

Skaten im öffentlichen Straßenverkehr ist nicht erlaubt. Punkt. Es wäre schön, wenn es anders wäre. Wie beispielsweise in der Schweiz. Ist es aber nicht, was weitreichende Konsequenzen für uns Longboarder hat.

Prinzipiell sind wir die schwächsten (Verkehrsteilnehmer), sollten wir uns doch mal durch einen ungünstigen Zufall auf die Straße verirren. Manche Mitstreiter im Straßenverkehr sehen das und haben Verständnis dafür. Andere lassen einen spüren, dass man nicht auf die Straße gehört. Das ist ein Reflex des Rechthabens und der Macht. Wir haben schon Fahrzeuglenker zur Rede gestellt, die uns aus diesem Reflex versucht haben von der Straße abzudrängen. Nur langsam dämmert es diesen Menschen, dass wir keine Knautschzone haben und solche Aktionen lebensgefährlich sind. Denkt immer daran, wir sind die schwächsten. Das einzige was hilft ist Wachsamkeit, passives Verhalten und ob ihr es glaubt oder nicht: Freundlichkeit. Nehmt jedem Ärger schon im Vorfeld den Wind aus den Segeln.

In diesem Dilemma wird klar, dass ein Longboardstammtisch gar keine Veranstaltung sein kann. Das ganze beruht auf eigenverantwortlichem Handeln eines jeden Beteiligten. Gebt euch Handzeichen und Signale, sichert Kurven ab, arbeitet als dynamische Einheit. Es muss noch nicht mal geplant sein, eine Straße zu befahren, schon auf dem Weg zu einem abgesperrten Spot gibt es Zahlreiche Situationen die das Gesetz nicht Vorsieht.

Im Brettsport gibt es jedoch ein ungeschriebenes Gesetz: Der erfahrenste trägt die Verantwortung. Nicht im juristischen Sinne, nicht die Art von Verantwortung die man in Schadensersatzansprüche umwandeln kann. Diese Art der Verantwortung beruht auf Gegenseitigkeit und Vertrauen. Dieser Ansatz liegt weit jenseits der Paragraphen. Schaut wie sich die alten Hasen verhalten und gebt auch das Signal, dass ihr mit diesem Verhalten in Kontakt steht.

Bleibt in Bewegung! Leider kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu verbrannten Spots. Wenn Woche für Woche eine Gruppe Longboarder an der selben Kurve abhängt sind Beschwerden von Anwohnern vorprogrammiert. Wenn ihr dann vertrieben werdet sind nicht die blöden Spießer schuld, sondern eure Bequemlichkeit. Skatet einen Spot, habt Spaß, verbreitet Lebensfreude und schaut dass ihr euch vom Acker macht!

Lebensfreude. Das ist es doch, was wir beim Longboarden empfinden. Nutzt sie, macht sie euch zum Werkzeug. Jeder hat mal einen schlechten Tag und oftmals sind es Menschen mit schlechten Tagen, die uns ihr Unverständnis ausdrücken. “Werdet endlich erwachsen!” Seid einfach nur freundlich, höflich und zuvorkommend. Manchen Bruttlern ist nicht zu helfen, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, mit wie vielen Leuten wir schon in konstruktive Gespräche getreten sind, die uns anfänglich angepflaumt haben. Mal von den vielen vielen ohnehin positiven Reaktionen abgesehen.

Wir können es immer noch drehen und Wenden wie wir wollen: Longboarden hat im Straßenverkehr nichts zu suchen. Und dennoch hat unsere Herangehensweise für ein hohes Maß an Toleranz gesorgt. Wer bei Rollrunden in anderen Städten dabei war weiß unser Longboardfreiburg sehr zu schätzen. Verbaut uns das nicht. Lasst eure Herzen sprechen.